Dank an die Teilnehmer der gestrigen Zoom-Konferenz

Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Zoom-Konferenz vom Donnerstag, dem 18. November, an dem ich im Rahmen der vom Deutsch-Rumänischen Verein Gießen veranstalteten Vortragsserie ,Blütenlese‘ zum Thema „Ovid – Vater Rumäniens“ gesprochen habe. Ich danke für die Aufmerksamkeit und das positive Feedback. Ich denke, der tiefe Sturz des ,poetischen Ikarus‘ Ovid und die mit ihm verbundenen Rätsel, aber auch der bedeutsame Einfluss des Dichters auf Rumänien und seine Literatur sind auf Interesse und Anteilnahme gestoßen. Mein besonderer Dank gilt dem Organisator und Host der Konferenz, Herrn Karsten Kopp, für seine umsichtige Konferenzleitung und für sein Engagement für die deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen.

Neudruck von Speaking Better English

Von Speaking Better English, einem der erfolgreichsten Englischbücher im deutschen Sprachraum seit 2015, ist auch dieses Jahr wieder ein Neudruck erschienen.

Mein Dank gilt dem Ernst Klett-Verlag-Stuttgart und, vor allem, meinen Co-Autoren Dr. Rolf Giese und Eckhard Schroeder. In 10 übersichtlich gegliederten Kapiteln bietet das Buch jedem, der seine Englischkenntnisse festigen und differenzieren will, eine kompetenzorientierte, sofort praktisch einsetzbare Lernhilfe.

Nigel Price Organ Trio – Wes Reimagined

In recent years, I have reviewed several records by or related to 60s jazz guitarist Wes Montgomery on this blog, the last review being that of New York guitarist Nelson Riveros‘ homage to The Latin Side of Wes Montgomery, which I published in February this year.

When I read about Nigel Price’s album Wes Montgomery Reimagined, I immediately decided to order it, although I had not been acquainted with Nigel Price’s music before. Since it arrived a fortnight ago, I’ve been listening to it a lot, and with each listen I keep discovering something new.

The (impeccably pressed) vinyl version I bought is a double album set, neatly structured into four sections: Side A 1 Funk, Side A 2 Jazz, Side B 1 Latin, Side b 2 Chilled.

Nigel Price’s trio (Ross Stanley, B3 organ, Joel Barford, drums) is augmented by Vasilis Xenopoulos (tenor saxophone), Tony Kofi (alto), by renowned Latin percussionist Snowboy (on five of the tracks), and even by a string section, the Phonograph Effect strings (three tracks).

It is a stunning achievement. There is nothing imitative or derivative about the record. It stands proudly on its own because the songs have been rearranged, restructured, reinvented, and the playing is superb throughout.

The songs selected are from Wes’s Riverside, Verve and A&M periods, my personal favourites being the fiery guitar – organ duel Road Song, which has morphed into a high-energy shuffle, Twisted Blues, now a boogaloo, and Jingles, turned into a samba with the help of Snowboy’s Brazilian-style percussion, complete with samba whistle and festive Rio feel.

If you’ve started looking for the first Christmas presents: this is the right gift for any discerning music fan who likes classic and/or contemporary jazz.

              Nigel Price Organ Trio, Wes Reimagined (Ubuntu, LP/CD, 2021)

In Stein zu meißeln – Katalanische Sentenzen

Einer der Großen des Mittelalters, der Katalane Ramon Lull, verfasste während einer Schiffsreise von Rom in seine Heimat Mallorca im Jahre 1302 Mil Proverbis, „Tausend Sprichwörter“, eine unterhaltsam-lehrreiche Sammlung eigener Sentenzen. Der Universalgelehrte wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren und starb 1316 auf einer anderen Reise, der Fahrt von Tunis nach Mallorca).

Das Werk ist in 52 Kapitel gegliedert, von De Deu (Von Gott) bis De intenció (Über die Absicht).

Ramon Lull schreibt über die Entstehung dieser Sentenzensammlung in einer kurzen Nachbemerkung: „Començat e finit fo aquest libre vinent d’oltra mar per enteció de amar, honrar e servir Deu en l’any .m.ccc.ii. de la encarnació de nostro senyor Jesuchrist. Amen.“ – „Begonnen und beendet wurde dieses Buch, während ich von jenseits des Meeres kam, mit der Absicht, Gott zu lieben, zu ehren und ihm zu dienen, in dem Jahr MCCCII seit der Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus.“

Die eine oder andere gedankliche Wiederholung lässt sich dadurch erklären, dass Llull seine Sentenzen Rednern zum Gebrauch im jeweiligen Redekontext anbieten wollte.

De parlar, capitol .xlviii. – Vom Sprechen, Kapitel 48:

(1) Wovon du etwas verstehst, davon rede gerne. Wovon du nichts verstehst, davon rede nur, wenn man dich dazu zwingt.

(2) Da das, was du weisst, nicht so viel ist wie das, was du nicht weisst, mach‘ nicht viele Worte.

(3) Denke viel nach und sprich wenig, dann wirst du weise sein.

(4) Erst denken, dann reden.

(5) Vom Sprecher lerne zu sprechen und zu schweigen.

(6) Verrückt reden zeigt den Verrückten.

(7) Bedenke erst das Ende/den Zweck dessen, was du sagst, bevor du sprichst.

(8) Wenn du die Rede mit dem ausstattest, was ihr anfangs, in der Mitte und am Ende angemessen ist, dann verwendest du Rhetorik.

(9) Das Wort ist Abbild, Ebenbild des Gedankens.

(10) Durch schlechte Worte gehst du auf schlechten Wegen.

(11) Der Gedanke bewegt das Wort, und das Wort bewegt  Füße und Hände.

(12) Durch gute Worte wirst du gut sein.

(13) Sprich viele und gute Worte und du wirst viele und gute Freunde haben.

(14) Aus guter Laune heraus wirst du viele und gute Worte sagen, und aus schlechter schlechte.

(15) Von dir selbst mach‘ nicht viele Worte.

(16) Das böse Wort hat Angst.

(17) Zu schönen Worten passen schöne Angewohnheiten.

(18) Rede oft von dem, der dir ebenbürtig ist, und wenig von dem, der größer ist als du.

(19) Unternimm es nicht, ohne Notwendigkeit zu sprechen.

(20) Das Wort erfordert das richtige Verhältnis zwischen sich selbst2, der Zeit, dem Ort und dem Zuhörer.“

Vielleicht wäre es hilfreich, diese ,goldenen Regeln‘ in Stein gemeißelt an öffentlichen Orten anzubringen – angefangen vom Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

1  „costumes“, Sitten, Angewohnheiten, Umgangsformen

„si matexa“, sich selbst=dem Wort selbst

Übersetzt nach der kritischen Ausgabe (sie enthält auch ein weiteres Werk Llulls, Proverbis d’ensenyament), von Francesc Tous Prieto, Palma de Mallorca (Patronat Ramon Llull) 2018, Kapitel 48,  S. 178f.

Schiffbruch mit Synesios – Neuer Fachaufsatz

Auf der Internetseite The Carolingian – European Forum of Cultural Debate ist ein neuer Aufsatz von mir erschienen. Er trägt den Titel

„Schiffbruch eines Neo-Platonikers – der fünfte Brief des Synesios von Kyrene: Dokument und Sprachkunstwerk“. Hier die vorangestellte summary:

We owe the Neo-Platonist philosopher Synesius of Cyrene (ca. 370-413) a detailed account of a shipwreck he experienced while travelling home from Alexandria. It would be wrong to dismiss his elaborate description as an exercice littéraire. It creates a realistic picture of Synesius’s hardships and presents us with a fascinating insight into the philosopher’s mind.

Tribut an Sprache und Literatur Rumäniens

Im neuen, hochinformativen Heft von FORVM CLASSICVM (2/2021), der Zeitschrift für die Fächer Latein und Griechisch an Schulen und Universitäten, ist ein Aufsatz von mir erschienen, „Ovid, Vater Rumäniens“.

Das Heft enthält, wie immer, eine Fülle von hilfreichen Rezensionen; von den Aufsätzen habe ich mit besonderem Interesse den über Homer gelesen, Franz Lederers „Untersuchungen zur Stellung von Musik, den Vokalgattungen und Instrumenten in den Epen Homers“. Sein Aufsatz liefert für den Bereich der Musik zahlreiche Präzisierungen für unser Detailverständnis der Homerischen Epen.

Über meinen eigenen Beitrag schreibt der Herausgeber, Herr Professor Markus Schauer, im Editorial  „Zum Schluss widmet sich Christoph Wurm einem rezeptionsgeschichtlichen Thema: In seinem Beitrag beschreibt er die besondere Beziehung Rumäniens zu Ovid, insbesondere in Bezug auf Ovids Stellung als Begründer der rumänischen Nationalliteratur“.

Der Beitrag, Tribut an Literatur und – herrliche – Sprache eines großen europäischen Landes, zugleich Reflex der Bedeutung des Verbannten von Tomi, des großen Ovidiu, für ganz Europa,  ist ab sofort hier in meinem Portfolio gratis downloadbar.

Neudruck von Tener la palabra

Tener la palabra, das erfolgreichste deutschsprachige Spanisch-Buch zur Textarbeit, ist auch in diesem Jahr wieder in einem Neudruck erschienen, ich danke dem KLETT-Verlag.

Als ich Ende der neunziger Jahre die Ur-Version veröffentlichte, hätte ich mir nie träumen lassen, dass Zehntausende von Exemplaren verkauft werden würden und dass so viele Menschen so gerne mit dem Buch arbeiten, wie mir zahlreiche Leserzuschriften zeigen.

Auch nicht, dass das Buch ein blueprint für ähnliche Klett-Publikationen in weiteren Fremdsprachen (und für Deutsch als Fremdsprache) sein würde. Ich danke meinen Leserinnen und Lesern und wünsche viel Freude und Erfolg beim Lernen dieser großartigen Fremdsprache.

,Jetzt‘ – Annalena Baerbock

Als ich mir vor ein paar Tagen Annalena Baerbocks Buch Jetzt bei Amazon bestellte, waren mir zwei Dinge gleichgültig: die Debatte um die nicht gekennzeichneten Zitate genauso wie die schrille grüne Gegenwehr.

Nie Freund oder Wähler der Grünen, habe ich das Buch gelesen, um genauer zu erkunden, woran ich bei den Grünen 2021 bin, was bei einer Regierungsbeteiligung zu erwarten ist.

Vor allem interessierte mich, was Baerbock in diesem – für den Wahlkampf ihrer Partei tonangebenden – Buch zu kritischen Einwänden gegen aktuelle grüne Politik, etwa im Bereich der Energieversorgung oder der Einwanderung, zu sagen hat. 

Vier Kapitel sind es, die den Hauptteil des Buches ausmachen:  ,Der Mensch im Mittelpunkt‘ – ,Verändern, um es besser zu machen‘, – ,Erneuerung braucht Halt‘, – ,Europäisch handeln‘; es folgt ein Ausblick, der den Titel ,Kein Schlusswort‘ trägt.

Baerbock stellt diese Themenfelder vor dem Hintergrund in den Text eingeflochtener eigener Alltags- und Lebenserfahrungen dar (sie ist Jahrgang 1980, stammt also, wie sie betont, aus dem Gründungsjahr ihrer Partei).

Wie zu erwarten, enthält das Buch keine Überraschungen, was die grünen Positionen betrifft: klimafreundliche Politik, CO2-Ausstoß reduzieren, Willkommenskultur, Stärkung der Europäischen Union, Kooperation mit den USA.

Bemerkenswert aber ist die Art und Weise, wie Baerbock mit Kritikpunkten an diesen Säulen des grünen Programms umgeht. Sie tut es auf die denkbar schlichteste Art: nämlich gar nicht. Irgendeine differenzierte Auseinandersetzung fehlt.

Beispiel: Wie steht es 2021 um die Kernkraft, die gerade wegen des Klimawandels in unseren europäischen Nachbarländern und weltweit immer stärker Verwendung findet – nur in Deutschland nicht?

Mit ein paar Hinweisen auf den angeblich heroischen Kampf der Grünen gegen die Kernkraft in der Vergangenheit ist es getan: kein Hinweis darauf, dass wir inzwischen auf Kernkraft aus dem Ausland angewiesen sind, kein Wort über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Reaktoren, die die Kernkraft weltweit noch attraktiver und sicherer machen.

Auch darauf nicht, dass deren Nutzung in vielen europäischen Ländern unumstritten war und geblieben ist, zum Beispiel in Frankreich oder in Großbritannien. Die vom deutschen Ausstieg erhoffte und damals von den Grünen propagierte Signalwirkung ist völlig ausgeblieben. Wohl aber haben wir die höchsten Strompreise der Welt.

Vergleichbares beim Thema Immigration. Dass mit Masseneinwanderung irgendwelche Probleme der inneren Sicherheit verbunden sein könnten, davon hat Baerbock noch nie etwas gehört. Es fehlt daher auch ein erkennbares Konzept zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.  

Baerbocks Botschaft ist simpel: Möglichst viele – von der EU auf alle Mitgliedsländer verteilte – Migranten hereinlassen, möglichst viel (vom Steuerzahler zu bezahlende) Integration in eine immer ,buntere‘ Gesellschaft. Für unerwünschte Nebeneffekte gilt: Schwamm drüber.

Dasselbe mangelnde Problembewusstsein gilt für den Dirigismus der EU. Wenn es nach ihr geht, werden die Einflussmöglichkeiten Brüssels noch gestärkt werden.

Das ganze Buch folgt diesem dogmatischen Strickmuster: Wir Grünen haben die Moral auf unserer Seite, grüne Positionen sind beschlossene Sache, die Partei wird bei den kommenden Bundestagswahl an die Macht kommen, deshalb lohnen sich konkrete Sachdiskussionen gar nicht mehr.

Denjenigen unter den Lesern, die unüberzeugt bleiben, wird signalisiert: Wir kommen, stell‘ dich auf uns ein (oder tu zumindest verbal so), und damit basta. Von Dialog- oder Diskussionsbereitschaft, von der vielgerühmten ,Debattenkultur‘ keine Spur.

Deshalb ist es kein Zufall, dass das Buch im Anhang kein Stichwortverzeichnis zu einzelnen Sachthemen enthält, das es ermöglichen würde, längsschnittartig das Buch zu durchkämmen und alle Aussagen zu einem bestimmten Punkt vergleichend zu sichten: Die Ausbeute wäre zu mager. 

Bezeichnend ist Baerbocks Darstellung des ,Kampfes gegen Rechts‘. Eine diabolische Macht, ,die Rechte‘, ist es, die überall im Hintergrund lauert und versucht, bei Themen wie Klimawandel oder Corona-Politik Unfrieden zu stiften (vgl. S.121) – so als ob diese Themen an sich keinen Anlass für kontroverse Meinungen bieten würden. Dasselbe Muster findet sich bei ihren Ausführungen zu den USA: „Es lässt sich nicht schönreden, dass rund 74,2 Millionen US Bürger*innen für Trump gestimmt haben“ (S. 202). Damit hat sich‘s: irgendein Versuch, die Ursachen zu analysieren, fehlt. Die Wahlkämpfe H. Clinton – D. Trump und J. Biden – D. Trump waren jeweils ein Kampf zwischen Gut und Böse.

Als Baerbock auf die Polizei zu sprechen kommt (S.166), geht es natürlich sofort um den Schutz vor Rechts-Extremismus. Kein Wort über die unappetitlichen Beziehungen zwischen ihrer eigenen Partei und der stets gewaltbereiten Antifa oder über die Gefahren des Islamismus. Auch die Sicherheits-Probleme des von den Grünen mitregierten ,Reichshauptslums‘ (A. Wendt) Berlin: nicht vorhanden. Rigaer Strasse, Görlitzer Park, Breitscheidplatz, auch die Kölner Silvesternacht: Fehlanzeige.

Ein weiteres Grund-Dogma der Grünen ist die Überzeugung, dass möglichst viel Staat vonnöten ist. Wer etwa Befürchtungen vor künftigen Klima-Lockdowns hegt, dem kann nach der Lektüre dieses Buches keineswegs Entwarnung gegeben werden. Eigenverantwortung und schlanker Staat sind für Baerbock Ideen von gestern. Apodiktisch heisst es:

„Wo der Staat sich zurückzieht oder zurückgedrängt wird, wächst Ungleichheit und vertiefen sich Risse“ (S. 135). Was meint sie mit ,Ungleicheit‘?

Das Buch ist auf seine Art ein page-turner: Nicht etwa, weil es mit Verve oder Esprit geschrieben wäre – im Gegenteil –, sondern weil es die aus dem Fernsehen bekannten Formeln und gestanzten Phrasen so aneinanderreiht, dass der Inhalt ganzer Abschnitte schon nach der ersten Zeile prognostizierbar ist.

Zum Teil bedient Baerbock sich einer schlampig-kolloquialen Diktion, zum Teil stolpert sie durch hölzerne Schachtelsätze. Dass der Text nicht den Hauch von Humor, Ironie oder gar Selbstironie enthält, braucht bei einer Politikerin der Grünen nicht eigens hervorgehoben zu werden (dafür gibt es aber jede Menge Gender-Sternchen).

Wer Jürgen Trittin und Christian Ströbele mag, wer das Antlitz der Claudia Roth oder das der Renate Künast sympathisch findet, der wird auch dieses Buch als Bereicherung empfinden; wir anderen nicht. 

Soeben erschienen: Neudruck von Pronti per scrivere!

Als Mit-Verfasser, besonders jedoch als alten Freund Italiens, seiner Sprache und Literatur, freut er mich sehr, dieser Neudruck (Mai 2021) unseres Buches ,Pronti per scrivere‘ durch den Klett-Verlag, Stuttgart.

Was Valentina Vincis und ich uns nicht ausmalten: Unser ,Wortschatz zur Textarbeit‘ ist, seit seinem Erscheinen wiederholt nachgedruckt, zum erfolgreichsten Italienischbuch im Bereich der Textanalyse und Textproduktion aufgestiegen.

Wir machen mit diesem systematischen,  feinteilig gegliederten Handbuch – garantiert ohne: Farbfotos von Pizza, Fiat, Gondeln und Risotto – ein anderes Angebot als jene unzähligen  Bücher der Gussform ,Parlare italiano‘.

,Pronti per scrivere‘ ist verlässlicher Helfer und Ratgeber bei der Analyse von Texten und beim adäquaten schriftlichen Ausdruck einer großen Skala eigener Intentionen. In Schule und Universität, vor allem aber: im realen Leben!

 

No Guru, No Method, No Teacher

„No Guru, No Method, No Teacher“ – das stammt nicht von mir, sondern so heißt ein Album des Rock-Sängers Van Morisson. Ich muss gestehen, dass sein Œuvre mich nicht sonderlich interessiert – genauso wenig wie das seines Namensvetters, des Doors-Sängers Jim Morisson. Von dem Album habe ich noch nie einen Ton gehört.

Aber ich hatte den einprägsamen Slogan irgendwann irgendwo gelesen, und soeben habe ich in Google die Quelle recherchiert. Warum nun diese Überschrift meines Blog-Beitrags? Der Grund: Seit letztem Jahr erhalte ich wiederholt Zuschriften von Leserinnen meines Blogs (ja, nur Damen haben mir in dieser Sache geschrieben, ich merke das an, damit mein Sprachgebrauch nicht als politisch ,korrekt‘ missverstanden wird), die mich nach meinen Erfahrungen mit Homeschooling und Distanzunterricht fragen. Das Problem ist: Ich bin kein Lehrer, möchte auch keiner sein, habe also nichts zu bieten, was ich konstruktiv beitragen könnte.

Das gilt auch für andere schulische Fragen, etwa die, ob die Sprößlingin/der Sprößling Latein oder lieber Französisch wählen soll. Auch dazu kann ich aus der Distanz nichts sagen. Sorry: No guru.

Ich war zwar einige Zeit Gymnasiallehrer, bevor ich ausstieg und Schriftsteller wurde; aber seitdem habe ich keine Schule mehr von innen gesehen, auch nicht die, an der ich tätig war.

In einer Zuschrift wurde ich gefragt, ob ich nicht mal Schulerlebnisse in meinem Blog thematisieren wollte. Nein, will ich nicht. Wenn ich mich schon selbst dazu durchringen müsste – wie könnte ich dann von den Lesern meines Blogs Interesse an derlei ranzigen Reminiszenzen erwarten?

Fazit: No guru? No method? – No teacher!