Niente peraltro …

„A criticare sono capaci tutti e sono particolarmente bravi quelli che non combinano niente peraltro.“

Filippo Ongaro

Scrivere bene

„Il tono di voce e la naturalezza di un testo si valutano con la lettura ad alta voce: se la voce ci muore in gola o se ci vergogniamo di declamare quanto abbiamo scritto, stop e rifare; se leggiamo perfettamente a nostro agio, via libera!“

Luisa Carrada, Guida di stile, Bologna (Zanichelli editore) 2017, S. 50

Neuer Fachaufsatz online

Auf der Webseite The Carolingian – European Forum of Cultural Debate ist heute ein neuer Fachaufsatz von mir erschienen, der sich mit „le plus grand genie dramatique que l’Espagne a produit“ (so Albert Camus) beschäftigt: Don Pedro Calderón de la Barca, genauer gesagt mit seiner Adaption der Ovid-Geschichte von Narziss und Echo. Mein Aufsatz trägt den Titel „Narziss in Madrid – Calderóns Eco y Narciso und Ovid.“

Dank an die Teilnehmer der gestrigen Zoom-Konferenz

Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Zoom-Konferenz vom Donnerstag, dem 18. November, an dem ich im Rahmen der vom Deutsch-Rumänischen Verein Gießen veranstalteten Vortragsserie ,Blütenlese‘ zum Thema „Ovid – Vater Rumäniens“ gesprochen habe. Ich danke für die Aufmerksamkeit und das positive Feedback. Ich denke, der tiefe Sturz des ,poetischen Ikarus‘ Ovid und die mit ihm verbundenen Rätsel, aber auch der bedeutsame Einfluss des Dichters auf Rumänien und seine Literatur sind auf Interesse und Anteilnahme gestoßen. Mein besonderer Dank gilt dem Organisator und Host der Konferenz, Herrn Karsten Kopp, für seine umsichtige Konferenzleitung und für sein Engagement für die deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen.

Neudruck von Speaking Better English

Von Speaking Better English, einem der erfolgreichsten Englischbücher im deutschen Sprachraum seit 2015, ist auch dieses Jahr wieder ein Neudruck erschienen.

Mein Dank gilt dem Ernst Klett-Verlag-Stuttgart und, vor allem, meinen Co-Autoren Dr. Rolf Giese und Eckhard Schroeder. In 10 übersichtlich gegliederten Kapiteln bietet das Buch jedem, der seine Englischkenntnisse festigen und differenzieren will, eine kompetenzorientierte, sofort praktisch einsetzbare Lernhilfe.

Nigel Price Organ Trio – Wes Reimagined

In recent years, I have reviewed several records by or related to 60s jazz guitarist Wes Montgomery on this blog, the last review being that of New York guitarist Nelson Riveros‘ homage to The Latin Side of Wes Montgomery, which I published in February this year.

When I read about Nigel Price’s album Wes Montgomery Reimagined, I immediately decided to order it, although I had not been acquainted with Nigel Price’s music before. Since it arrived a fortnight ago, I’ve been listening to it a lot, and with each listen I keep discovering something new.

The (impeccably pressed) vinyl version I bought is a double album set, neatly structured into four sections: Side A 1 Funk, Side A 2 Jazz, Side B 1 Latin, Side b 2 Chilled.

Nigel Price’s trio (Ross Stanley, B3 organ, Joel Barford, drums) is augmented by Vasilis Xenopoulos (tenor saxophone), Tony Kofi (alto), by renowned Latin percussionist Snowboy (on five of the tracks), and even by a string section, the Phonograph Effect strings (three tracks).

It is a stunning achievement. There is nothing imitative or derivative about the record. It stands proudly on its own because the songs have been rearranged, restructured, reinvented, and the playing is superb throughout.

The songs selected are from Wes’s Riverside, Verve and A&M periods, my personal favourites being the fiery guitar – organ duel Road Song, which has morphed into a high-energy shuffle, Twisted Blues, now a boogaloo, and Jingles, turned into a samba with the help of Snowboy’s Brazilian-style percussion, complete with samba whistle and festive Rio feel.

If you’ve started looking for the first Christmas presents: this is the right gift for any discerning music fan who likes classic and/or contemporary jazz.

              Nigel Price Organ Trio, Wes Reimagined (Ubuntu, LP/CD, 2021)

In Stein zu meißeln – Katalanische Sentenzen

Einer der Großen des Mittelalters, der Katalane Ramon Lull, verfasste während einer Schiffsreise von Rom in seine Heimat Mallorca im Jahre 1302 Mil Proverbis, „Tausend Sprichwörter“, eine unterhaltsam-lehrreiche Sammlung eigener Sentenzen. Der Universalgelehrte wurde um 1232 in Palma de Mallorca geboren und starb 1316 auf einer anderen Reise, der Fahrt von Tunis nach Mallorca).

Das Werk ist in 52 Kapitel gegliedert, von De Deu (Von Gott) bis De intenció (Über die Absicht).

Ramon Lull schreibt über die Entstehung dieser Sentenzensammlung in einer kurzen Nachbemerkung: „Començat e finit fo aquest libre vinent d’oltra mar per enteció de amar, honrar e servir Deu en l’any .m.ccc.ii. de la encarnació de nostro senyor Jesuchrist. Amen.“ – „Begonnen und beendet wurde dieses Buch, während ich von jenseits des Meeres kam, mit der Absicht, Gott zu lieben, zu ehren und ihm zu dienen, in dem Jahr MCCCII seit der Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus.“

Die eine oder andere gedankliche Wiederholung lässt sich dadurch erklären, dass Llull seine Sentenzen Rednern zum Gebrauch im jeweiligen Redekontext anbieten wollte.

De parlar, capitol .xlviii. – Vom Sprechen, Kapitel 48:

(1) Wovon du etwas verstehst, davon rede gerne. Wovon du nichts verstehst, davon rede nur, wenn man dich dazu zwingt.

(2) Da das, was du weisst, nicht so viel ist wie das, was du nicht weisst, mach‘ nicht viele Worte.

(3) Denke viel nach und sprich wenig, dann wirst du weise sein.

(4) Erst denken, dann reden.

(5) Vom Sprecher lerne zu sprechen und zu schweigen.

(6) Verrückt reden zeigt den Verrückten.

(7) Bedenke erst das Ende/den Zweck dessen, was du sagst, bevor du sprichst.

(8) Wenn du die Rede mit dem ausstattest, was ihr anfangs, in der Mitte und am Ende angemessen ist, dann verwendest du Rhetorik.

(9) Das Wort ist Abbild, Ebenbild des Gedankens.

(10) Durch schlechte Worte gehst du auf schlechten Wegen.

(11) Der Gedanke bewegt das Wort, und das Wort bewegt  Füße und Hände.

(12) Durch gute Worte wirst du gut sein.

(13) Sprich viele und gute Worte und du wirst viele und gute Freunde haben.

(14) Aus guter Laune heraus wirst du viele und gute Worte sagen, und aus schlechter schlechte.

(15) Von dir selbst mach‘ nicht viele Worte.

(16) Das böse Wort hat Angst.

(17) Zu schönen Worten passen schöne Angewohnheiten.

(18) Rede oft von dem, der dir ebenbürtig ist, und wenig von dem, der größer ist als du.

(19) Unternimm es nicht, ohne Notwendigkeit zu sprechen.

(20) Das Wort erfordert das richtige Verhältnis zwischen sich selbst2, der Zeit, dem Ort und dem Zuhörer.“

Vielleicht wäre es hilfreich, diese ,goldenen Regeln‘ in Stein gemeißelt an öffentlichen Orten anzubringen – angefangen vom Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

1  „costumes“, Sitten, Angewohnheiten, Umgangsformen

„si matexa“, sich selbst=dem Wort selbst

Übersetzt nach der kritischen Ausgabe (sie enthält auch ein weiteres Werk Llulls, Proverbis d’ensenyament), von Francesc Tous Prieto, Palma de Mallorca (Patronat Ramon Llull) 2018, Kapitel 48,  S. 178f.

Schiffbruch mit Synesios – Neuer Fachaufsatz

Auf der Internetseite The Carolingian – European Forum of Cultural Debate ist ein neuer Aufsatz von mir erschienen. Er trägt den Titel

„Schiffbruch eines Neo-Platonikers – der fünfte Brief des Synesios von Kyrene: Dokument und Sprachkunstwerk“. Hier die vorangestellte summary:

We owe the Neo-Platonist philosopher Synesius of Cyrene (ca. 370-413) a detailed account of a shipwreck he experienced while travelling home from Alexandria. It would be wrong to dismiss his elaborate description as an exercice littéraire. It creates a realistic picture of Synesius’s hardships and presents us with a fascinating insight into the philosopher’s mind.

Tribut an Sprache und Literatur Rumäniens

Im neuen, hochinformativen Heft von FORVM CLASSICVM (2/2021), der Zeitschrift für die Fächer Latein und Griechisch an Schulen und Universitäten, ist ein Aufsatz von mir erschienen, „Ovid, Vater Rumäniens“.

Das Heft enthält, wie immer, eine Fülle von hilfreichen Rezensionen; von den Aufsätzen habe ich mit besonderem Interesse den über Homer gelesen, Franz Lederers „Untersuchungen zur Stellung von Musik, den Vokalgattungen und Instrumenten in den Epen Homers“. Sein Aufsatz liefert für den Bereich der Musik zahlreiche Präzisierungen für unser Detailverständnis der Homerischen Epen.

Über meinen eigenen Beitrag schreibt der Herausgeber, Herr Professor Markus Schauer, im Editorial  „Zum Schluss widmet sich Christoph Wurm einem rezeptionsgeschichtlichen Thema: In seinem Beitrag beschreibt er die besondere Beziehung Rumäniens zu Ovid, insbesondere in Bezug auf Ovids Stellung als Begründer der rumänischen Nationalliteratur“.

Der Beitrag, Tribut an Literatur und – herrliche – Sprache eines großen europäischen Landes, zugleich Reflex der Bedeutung des Verbannten von Tomi, des großen Ovidiu, für ganz Europa,  ist ab sofort hier in meinem Portfolio gratis downloadbar.

Neudruck von Tener la palabra

Tener la palabra, das erfolgreichste deutschsprachige Spanisch-Buch zur Textarbeit, ist auch in diesem Jahr wieder in einem Neudruck erschienen, ich danke dem KLETT-Verlag.

Als ich Ende der neunziger Jahre die Ur-Version veröffentlichte, hätte ich mir nie träumen lassen, dass Zehntausende von Exemplaren verkauft werden würden und dass so viele Menschen so gerne mit dem Buch arbeiten, wie mir zahlreiche Leserzuschriften zeigen.

Auch nicht, dass das Buch ein blueprint für ähnliche Klett-Publikationen in weiteren Fremdsprachen (und für Deutsch als Fremdsprache) sein würde. Ich danke meinen Leserinnen und Lesern und wünsche viel Freude und Erfolg beim Lernen dieser großartigen Fremdsprache.