Ruß & Topf

                  El perol diu a la paella: Si m’embrutes, t’emmascaro.

Der Topf spricht zur Pfanne: Machst du mich schwarz,  dann kriegst du Ruß.

                                          Katalanisches Sprichwort

Humor der alten Römer

Zahlreiche Kostproben römischen Humors sind uns überliefert. Bei Cicero etwa findet sich viel zum Thema. Wenn die Pointe gut ist, sorgt sie beim modernen Leser für eine Art ,Aha-Erlebnis‘. Auf einmal zerreißt der trennende Nebel, schrumpft der Abstand zwischen dem – uns in vielem so fremden – Damals und unseren Tagen, und zwar auf Null. Und: Es funkeln Kürze und Präzision, die beiden Stärken lateinischen Stils.

Wer sich mit dem Witz in Antike oder Mittelalter beschäftigt, sollte bedenken: In jenen Epochen erstrahlte noch nicht das Licht politischer Korrektheit; deshalb sprechen ja auch manche (ich: nie) vom ,finsteren‘ Mittelalter.

Zu den „Zustände(n) (wie) im alten Rom“ gehörte: Die Römer durften einfach lachen, wann und worüber sie lachen wollten, und zwar privat und in der Öffentlichkeit. Undenkbar im Deutschland der Merkel-Jahre und manchen ,Lesenden‘ vielleicht ein Ärgernis, so what.

Ein paar Beispiele für römischen Witz:

Cicero, De Oratore, II, 287:

Die anderen trainierten auf dem Marsfeld, Marcus Lepidus aber lag derweil bequem ausgestreckt im Gras und sprach: „So müsste harte Arbeit sein …“

Cicero, De Oratore, II, 279:

Cato wurde von jemandem, der eine Kiste schleppte, hart angerempelt. Der schrie obendrein noch: „Pass auf!“. Cato: „Trägst du noch was?“

Cicero, De Oratore, II, 277:

Der Ex-Konsul Quintus Opimius, der als junger Mann einen schlechten Ruf gehabt hatte, richtete an den hübschen Egilius, der etwas weichlich wirkte – ohne es zu sein –, die Frage: „Wie geht’s, meine Egilia? Wann kommst du mit deinem Spinnrocken und deiner Wolle zu mir?“

Der erwiderte: „Beim Pollux, nein, nie würde ich das wagen! Mutti hat mir verboten, zu Damen von zweifelhaftem Ruf zu gehen.“

Cicero, De Oratore, II, 275:

„Wie ist deiner Einschätzung nach ein Mensch, der beim Ehebruch ertappt wird?“ Pontidius: „Langsam“.

Cicero, Epistulae ad Atticum II,1,8:

Cato stellt Anträge, als ob er sich in Platons Idealstaat befände, und nicht im Saustall des Romulus!

Cicero, De Oratore, II, 278:

Als ein Bekannter gegenüber einem Mann aus Sizilien klagte, seine Frau habe sich an einem Feigenbaum erhängt, antwortete der: „Bitte sei so gut und gib mir ein paar Setzlinge von diesem Baum.“

Cicero, De Oratore, II, 278:

Ein miserabler Redner meinte, ein erfolgreiches Schlussplädoyer gehalten zu haben. Nachdem er um Milde für den Angeklagten gebeten hatte, setzte er sich und fragte den Catulus, ob der den Eindruck habe, er habe Erbarmen erwirkt.

„Und ob“, lautete die Antwort, „ganz viel sogar, denn ich kann mir keinen vorstellen, der so hartherzig wäre, deine Rede nicht erbarmungswürdig zu finden“.

Macrobius, Saturnalia, II,III,2:

Als Cicero bei Damasippus speiste, wurde ihm ein mittelmäßiger Wein vorgesetzt. Der Gastgeber: „Trinkt diesen Falernerwein, vierzig Jahre ist er alt.“ Cicero: ,,Großartig, wie der mit seinem Alter fertig wird.‘

Cicero, De Oratore, II, 287:

M. Lepidus, cum, ceteris se in campo exercentibus, ipse in herba recubisset, > vellem hoc esset,inquit, >laborare<.

Cicero, De Oratore, II, 279:

… ridiculi genus patientis ac lenti, ut, cum Cato percussus esset ab eo, qui arcam ferebat, cum ille diceret >cave<, rogavit, numquid aliud ferret praeter arcam.

Cicero, De Oratore, II, 277:

Cum Quintus Opimius consularis, qui adulescentulus male audisset, festivo homini Egilio, qui videretur mollior nec esset, dixisset >Quid tu, Egilia mea? Quando ad me venis cum tua colu et lana?<, >Non pol<, inquit, audeo, nam me ad famosas vetuit mater accedere.<

Cicero, De Oratore, II, 275:

Qualem existimas, qui in adulterio deprehenditur? Pontidius: Tardum.

Cicero, Epistulae ad Atticum II,1,8:

(Cato) Dicit enim tamquam in Platonis Politeia, non tamquam in Romuli faece, sententiam.

Cicero, De Oratore, II, 278:

Salsa sunt etiam, quae habent suspicionem ridiculi absconditam, quo in genere est Siculi illud, cui cum familiaris quidam quereretur, quod diceret uxorem suam suspendisse se de ficu, >Amabo te<, inquit, da mihi ex ista arbore quos seram surculuos<. In eodem genere est, quod Catulus dixit cuidam oratori malo: qui cum in epilogo misericordiam se movisse putaret, postquam adsedit, rogavit hunc videreturne misericordiam movisse, >Ac magnam quidem< ,inquit, >neminem enim puto esse tam durum, cui non oratio tua misericordia digna visa sit<.

Macrobius, Saturnalia, II,III,2:

M. Cicero, cum apud Damasippum coenaret et illi mediocri vino posito diceret >Bibite Falernum hoc, annorum quadraginta est<, >Bene<, inquit, >aetatem fert<. (der Satz lautet so, ist grammatikalisch fragwürdig)

PRO LINGVA LATINA XXI

Soeben erschienen ist das neueste, einundzwanzigste Heft von Pro Lingua Latina, ein Sammelband im DIN A-4-Format, der einmal im Jahr von der gleichnamigen Aachener Gesellschaft zur Förderung der lateinischen Sprache in Schule und Öffentlichkeit herausgegeben wird. Redaktionsleiter ist Dr. Hermann Krüssel.


Der Umschlag zeigt das Vergilfenster im Aachener Dom

Der umfangreiche (226 Seiten), hervorragend (=instruktiv, nicht rein dekorativ) bebilderte Band ist mehreren Schwerpunktthemen (und weiteren Einzelthemen) gewidmet.

Zwei der Schwerpunkte sind Vergils Eklogen und das lateinische Frankreich. Beide Sujets werden unter Berücksichtigung einer Vielzahl historischer, archäologischer und künstlerischer Aspekte behandelt, mit Berichten und Bilddokumenten über Erkundungen ,vor Ort‘, an den antiken Städten Galliens, darunter Bibracte und Alesia. Der Band bietet jedem Freund des Lateinischen reichen Lesestoff.

Zum letztgenannten Thema habe auch ich zwei Aufsätze beigesteuert, „,Numa Pompilius‘ – ein spannender Roman aus der Vorgeschichte Roms vom Vorabend der französischen Revolution“ (S. 125-129) und „Livius, Machiavelli, David. Der Kampf der Horatier und der Curiatier.“ (S. 180-184).

Der Band ist durchgehend opulent bebildert.

Ich danke dem Herausgeber, Dr. Hermann Krüssel, für die konstruktive Zusammenarbeit.

Pro Lingua Latina 21, Verlagshaus Mainz, Aachen 2020, ISBN: 978-3-95886-345-3.

Zitat des Tages – Citation du jour

„Celui qui pose une question est bête cinq minutes, celui qui n’en pose pas l’est toute sa vie.“

Proverbe chinois

Zitat des Tages – Der längste lateinische Satz?

Das Fragezeichen soll die reißerische Überschrift abmildern. Immerhin: Der folgende Satz (aus dem zweiten Kapitel von Ciceros Rede Pro Archia) umfasst 124 Wörter, wenn mein MacBook sich nicht verzählt hat. Allerdings gibt es bei Cicero Längeres, etwa gegen Ende der Rede De domo sua.

Ich habe den Satz ohne Rücksicht auf das Gebot guten Stils und auf die attention span der Leser als ein einziges Satzgefüge übersetzt. Wie man sieht, ist das Ergebnis ein Bandwurm, und zwar ein im Direktvergleich mit dem Original unvorteilhaft aufgedunsener.

„Sed ne cui vestrum mirum esse videatur me in quaestione legitima et in iudicio publico, cum res agatur apud praetorem populi Romani, lectissimum virum, et apud severissimos iudices, tanto conventu hominum ac frequentia, hoc uti genere dicendi, quod non modo a consuetudine iudiciorum, verum etiam a forensi sermone abhorreat, quaeso a vobis, ut in hac causa mihi detis hanc veniam accomodatam huic reo, vobis, quem ad modum spero, non molestam, ut me pro summo poeta atque eruditissimo homine dicentem hoc concursu hominum litteratissimorum, hac vestra humanitate, hoc denique praetore excercente iudicium patiamini de studiis humanitatis ac litterarum paulo loqui liberius et in eius modi persona, quae propter otium ac studium minime in iudiciis periculisque tractata est, uti prope novo quodam et inusitato genere dicendi.“

„Damit es jedoch auf keinen von euch merkwürdig wirkt, dass ich mich in einem öffentlichen Kriminalprozess – die Verhandlung findet ja vor dem Prätor des römischen Volkes statt, einem besonders auserlesenen Mann, und vor äußerst strengen Richtern, in Gegenwart einer so zahlreichen Zuhörerschaft  – in diesem Stil an euch wende, der nicht nur von der gerichtsüblichen Redeweise abweicht, sondern auch von der allgemein auf dem Forum gebräuchlichen, bitte ich euch, mir in dieser Sache zu gestatten – da diese Erlaubnis bei diesem Angeklagten angemessen ist und euch, so hoffe ich zumindest, nicht unangenehm – mich als Anwalt eines ausserordentlichen Dichters und hochgebildeten Mannes in diesem Kreise äußerst gelehrter Menschen, in Anbetracht dieser eurer Bildung und zudem vor diesem Vorsitzendem, dem Prätor, über die geistigen und literarischen Tätigkeiten etwas freier zu äußern und mich im Hinblick auf eine Persönlichkeit, die so beschaffen ist, dass sie wegen ihres zurückgezogenen, ganz dem Geistigen gewidmeten Lebens bisher kaum jemals vor Gericht, in Prozessen herumgestoßen worden ist, einer gewissermaßen fast schon neuartigen und ungewohnten Redeweise zu bedienen.“

Auf schmallippige Mittel- und Nordeuropäer mag der emphatische Ton Ciceros fremdartig, befremdend wirken. Südeuropäische, etwa italienische, Leser werden dagegen viel von dem wiedererkennen, was heute noch den ,discorso pubblico‘ prägt. Vor allem die Liebe zum Superlativ, die auf allen Gassen Italiens so lebendig ist wie hier bei Cicero, und zwar in derselben Form: ,-issimo,-a‘.

Und: Ein südländischer Redner beherrscht die Sprache der Gesten, etwas was die ,popoli nordici‘ – das weiß man in Italien genauso wie in Spanien – niemals zu verstehen und zu goutieren vermögen, sind und bleiben diese ,Nordeuropäer‘ doch ,gli analfabeti della mimica‘ (=,la mimica corporale‘).

Die Illustration zeigt, wie sich Cesare Maccari (1840-1919) Ciceros Attacke auf Catilina in der Senatsversammlung vorstellt. Der greise Staatsmann, dessen ausladend-einladende Geste das Zusammenstehen aller gegen einen beschwört: gegen den raumsymbolisch isolierten, feurig-sinistren – natürlich: italienisch anmutenden – Jüngling Catilina. „Quo usque tandem, Catilina, abutere patientia nostra? Quam diu etiam furor iste tuus nos eludet?“

Es handelt sich um eine Briefmarkenausgabe der italienischen Post zum hundertsten Todesjahr des Künstlers aus Siena, die ich bei meinem letzten Rombesuch auf dem Postamt am Bahnhof Termini entdeckte und erstand; ein weiteres der unzähligen Beweisstücke für Schönheit (und Nutzen; in dieser Reihenfolge) der Philatelie.

„Cicerone inveisce contro Catilina“:

Zitat des Tages

„Il vizio del parolone è duro a morire. La scrittura, soprattutto in occasioni ufficiali, diventa un albero di Natale addobato di locuzioni inutili, parole ridondanti e logore, che tutto fanno tranne che aiutare la comprensione. Come insegna Leopardi, anche nella poesia –  luogo dove tutto è concesso per eccelenza – se ci va gallina, ci si mette gallina. È non ‚quell piumato animale, che, pur avendo le ali, volare non sa, o non puote per struttura, ma ancora è in grado di deporre, una volta accoccolatosi nel luogo deputato a tal scopo, piccoli prodotti di forma ovoidale.‘ “

„Das Laster des Großen Worts ist kaum totzukriegen. Was man schreibt, wird, vor allem bei offiziellen Anlässen, zu einem Weihnachtsbaum, dekoriert mit unnützen Redewendungen, überflüssigen und abgenutzten Wörtern, die alles tun – außer etwas zum Verständnis beizutragen. Wie Leopardilehrt, soll man auch in der Dichtung – dem Ort, wo alles gestattet ist – ,Henneschreiben, wenn man ,Henne’ meint.

Und nicht: ,Jenes gefiederte Tier, das zwar Flügel besitzt, aber es nicht versteht zu fliegen, oder aufgrund seiner physischen Struktur dazu außerstande, jedoch in der Lage ist – wenn es sich denn einmal an dem dafür bestimmten Ort niedergelassen hat – kleine Produkte ovoidaler Gestalt zu legen.’ 

1 Giacomo Leopardi (1798 – 1837)

Sabrina Carollo, Parlare e scrivere senza errori, Milano 2007 (Giunti editore), S. 73

Deszendenz & Evolution

Wenn von der Evolutionstheorie Charles Darwins die Rede ist, kommt es häufig zu einer begrifflichen Verwechslung, nämlich der zwischen ,Evolution‘ und ,Deszendenz‘. ,Evolution‘ setzt voraus, dass ein- und dasselbe Objekt einen Entwicklungsprozess durchmacht, was auf das Genom zutrifft.

Die Linie Vater – Sohn – Enkel dagegen ,Evolution’, zu nennen, ist falsch, denn der Sohn ist kein neuer ,Entwicklungszustand’ des Vaters, ein Zustand, der dann in den des Enkels ,überginge’, sondern hier handelt es sich um Abstammung, Deszendenz.

Anders verhält es sich, wenn – etwa in Theologie oder Philosophie – von den Menschen oder ,dem’ Menschen (als kollektiver Singular) die Rede ist und, meist im nörgelnd-scheltenden Duktus der (An-Klage), seine Entwicklung stirnrunzelnd unter das kritische Brennglas genommen wird.

So schreibt etwa Pascal in den Pensées, „Les hommes n’ayant pu guérir la mort, la misère, l’ignorance, ils se sont avisés pour se rendre heureux de n’y point penser.“ „Da die Menschen nicht den Tod, das Elend, die Unwissenheit haben heilen können, sind sie auf den Gedanken verfallen, sich dadurch glücklich zu machen, dass sie gar nicht mehr daran denken.“

Diese Kritik an ,les hommes’ kann man auch eine Kritik an der Entwicklung ,des Menschen’ nennen, und zwar an einer spezifischen Unterform von Entwicklung: der Dekadenz. Das Thema ,Évolution et décadencesoll allerdings Gegenstand dieses Blog-Eintrags nicht sein, es ist mir eine Nummer zu groß.

Im Bereich der Sprachwissenschaft findet sich ein Sujet, das oft zu einer Verwechslung führt, die der eingangs genannten ähnelt. Aber hier ist es genau andersherum: Statt von Evolution ist fälschlich von Deszendenz die Rede.

Es geht um die angebliche ,Abstammung’ der romanischen Sprachen vom Lateinischen. Es gibt sogar ein Buch mit dem anschaulichen Titel „Mutter Latein und ihre Töchter“.

2019, im ersten Jahr ante Coronam, erstand ich in der schönsten Buchhandlung des herbstlichen Bukarest ein Lehrbuch für rumänische Jugendliche, eine hervorragende Darstellung der Geschichte ihrer Heimat.

Darin heisst es: „Fostele provincii romane au rămas despărțite una de alta și, mai ales, au devenit izolate de Roma, vechiul centru al latinității. Astfel, limba latină vorbită pe teritoriul Franței s-a transformat treptat într-un dialect latin (formă diferită de latina veche și apoi  într-o limbă nouă, numită franceză; latina vorbită pământul vechii Dacii, unde ulterior se va forma România, a devenit treptat limba română.“ – „Die früheren römischen Provinzen wurden von einander getrennt und waren schließlich von Rom, dem alten Zentrum der Latinität, isoliert. So veränderte sich die auf dem Territorium Frankreichs gesprochene lateinische Sprache allmählich zu einem lateinischen Dialekt (also zu einer vom älteren Latein verschiedenen Form) und nachher zu einer neuen Sprache, genannt Französisch. Das Latein, das auf dem Boden des alten Dakiens gesprochen wurde, aus dem sich später Rumänien bilden sollte, wurde allmählich zur rumänischen Sprache.“

Die Buchhandlung Cărturești Carusel, die schönste Bukarests (der Welt?), darunter eine Karte des romanischen Sprachraums aus Ioan Aurel Pop, Istoria ilustrată a românilor pentru tineri, Bukarest (Litera) 2018, S. 36. (Das Zitat auf S. 37):

Die Frage, die die schlaueren unter den jugendlichen Lesern stellen könnten, wäre die folgende: Wo genau lag dieser Bruch, also die Ruptur zwischen Latein und Französisch/Rumänisch? Wann fand er statt?

Dass die romanischen Sprachen politisch gesehen die Sprachen ihrer jeweiligen Länder, nicht Roms, sind, tut nichts zur Sache. Sie bleiben die aktuellen ,Entwicklungszustände’, ,Updates’ des Lateinischen, das sich in verschiedene Formen aufgefächert hat.

Von jeder dieser – klar unterscheidbaren, herrlich individuellen – Formen führt eine ununterbrochene Entwicklungslinie zum Lateinischen zurück, der Wurzel ihres Wortschatzes und ihrer jeweiligen Grammatik, die in jeder von ihnen präsent sind und bleiben.

Das Bonmot von José Delgado „latín – lengua muerta imortal“ trifft es also auch nicht richtig.

Jede der ,Töcher’, von denen im Buchtitel die Rede ist, ist eine andere Erscheinungsform der signora, señora, doamnă Latein selbst. Durch innere Veränderungsprozesse und Ausseneinflüsse stets jugendlich, immer neu ,aktualisiert’.

Englisch – Soforthilfe! Ein Gastbeitrag von Dr. Rolf Giese

In den letzten Wochen erhielten wir Autoren besonders viele positive Rückmeldungen zu Writing better English und Speaking better English, vor allem aus Bayern, Baden-Württemberg und NRW.

Die beiden Bücher, die wir als Dreierteam verfasst haben, Christoph Wurm, Eckhard Schroeder und ich, entstammen unmittelbar der Unterrichts- und Prüfungspraxis.

Sie sind seit Jahren Klassiker der Abiturvorbereitung und zwei der erfolgreichsten Englischbücher. Eine doppelte ,Notapotheke‘ für Schülerinnen und Schüler, die schnell Vokabellücken füllen wollen – oder: müssen! Ideal sind sie zur Vorbereitung mündlicher und schriftlicher Englisch-Prüfungen. Sie richten sich aber auch an jeden, der seinen Ausdruck verbessern möchte. Info boxes liefern wichtige grammatikalische und stilistische Hilfestellungen.

Writing better English und Speaking better English haben sich, wie wir wissen, im gesamten deutschen Sprachraum fest etabliert, in der Schule, an der Universität, vor allem: in real life, etwa als Hilfe zur Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen und -schreiben.

Zwei übersichtlich gegliederte Handbücher für alle, die zusammenhängend Englisch sprechen und schreiben wollen.

Des bœufs et des débats …

Actuellement, suite aux élections régionales de Thuringe et la  démission forcée du nouvel élu ministre-président Kemmerich, les débats politiques allemands sont marqués par une polémique exceptionnelle, particulièrement de la part de la chancelière A. M. et de ses vassaux, qui ont fait monter le ton de la discussion de manière insupportable pour couvrir la désintégration, la possible fragmentation totale de leur propre parti.

On entend leurs cris à cent lieues, mais il devrait être clair que ces voix criardes sont peu avantageuses pour un discours public constructif; tout aussi peu que la langue de bois en vigueur, de rigueur aujourd’hui.

En suivant ces débats, je me suis souvenu d’un livre lu il y a tant d’années: les Maximes de François La Rochefoucauld (1613-1680), œuvre consacrée a une ample gamme de sujets humains et trop humains, tous universels.

Parmi les thèmes qu’il aborde en cette collection d’aphorismes – dont chacun est digne d’une plume plus douée que la mienne – figure l’art de la conversation.

Selon La Rochefoucauld, le pire ennemi de la bonne conversation et du débat courtois, c’est l’amour propre, l’égoïsme humain; une conviction exprimée en des formules concises et frappantes:

Ce qui fait que si peu de personnes sont agréables dans la conversation, c’est que chacun songe plus à ce qu’il veut dire qu’à ce que les autres disent.

On parle peu quand la vanité ne fait pas parler.

Il est dangereux de vouloir être toujours le maître de la conversation.

Les mots suivants du grande moraliste paraissent être écrits en défense de tant d’Allemands que n’en peuvent plus ni des discours formatés et moralisateurs de la caste politicienne de Berlin ni de son assurance ostentatoire:

On ne doit jamais parler avec des airs d’autorité, ni se server de paroles et de termes plus grands que les choses. On peut conserver ses opinions, si elles sont raisonnables; mais en les conservant, il ne faut jamais blesser les sentiments des autres, ni paraître choqué de ce qu’ils ont dit.

Bien écouter et bien répondre est une des plus grandes perfections qu’on puisse avoir dans la conversation.

La Rochefoucauld, Maximes et réflexions diverses, edit. Jacques Truchet, GF Flammarion, Paris 1977

Une des choses qui fait que l’on trouve si peu de gens qui paraissent raisonnables et agréables dans la conversation, c’est qu’il n’y a presque personne qui ne pense plutôt à ce qu’il veut dire qu’à répondre précisément à ce qu’on lui dit.

– C’est un des ouvrages qui contribuèrent le plus à former le goût de la nation, et à lui donner un esprit de justesse et de précision (…). Il accoutuma à penser et à renfermer des pensées dans un tour vif, précis et délicat. C’est un mérite que personne n’avait eu avant lui en Europe, depuis la renaissance des lettres. (Voltaire)

Un vrai dialogue, un échange ouvert, à la fois franc et respectueux, d’idées et d’arguments – ne serait-il pas une alternative souhaitable au bêlement des brebis, au mugissement des bœufs de Berlin que nous fatiguent ces jours-ci?

Il piacere di imparare …

Non vi dico niente di nuovo, è ben noto che ascoltare dei PODCAST regolarmente è il metodo più facile e divertente per migliorare e sviluppare la tua comprensione orale in una lingua straniera.

Per chi vuole esercitare il suo ITALIANO, ci sono molti podcast utili; oggi vi presento le mie cinque emisioni predilette, che mi sono scaricate sui miei dispositivi portatili (iPhone e iPad). Queste emisioni sono fedeli amici che mi accompagnano da tutte le parti, formando parte della mia vita, insieme ad alcuni podcast francesi, portoghesi e rumeni. In più, seguo le video-lezioni correspondenti su Youtube.

C’è un antidoto più efficace alla malinconia dei pomeriggi tedesci di febbraio, piovosi e tediosi, che ascoltare una voce simpatica parlando di Paris, del Brasile o del bel paese là dove´l SÌ suona?

(Sì, ho letto la Commedia e ho scritto e pubblicato qualche anno fa un articolo dedicato a De vulgari eloquentia, scaricabile gratis nella sezione Portfolio di questa pagina.)

Le produttrici e i produttori italiani di cui parlo sono professioniste. Hanno studiato letteratura, linguistica, didactica delle lingue straniere a livello universitario. È, più importante, hanno imparato altre lingue, e conoscono per esperienza personale i problemi connessi all’acquisizione di un nuovo idioma.

A parte la qualificazione, ci sono altri fattori decisivi, imprescindibili per rendere un podcast una esperienza veramente fruttuosa:

(1) Una dizione chiara e precisa, ma non artificiale.

(2) Una voce melodica, un gradevole timbro di voce.

(3) Un senso dell’umorismo.

(4) Una personalità simpatica, carismatica.

La lista seguente è in ordine alfabetico, no è una hitparade. I quatro podcast mi piacciono ugualmente: ci sono giorni quando preferisco l’uno o l’altro – o ascolto tutti in successione! Sono esempi paradigmatici dei quatro fattori predetti. Caschi pure il mondo, non mi perdo una puntata!

ECCO IL PANTHEON (NO: IL PANETTONE):

LEARN AMO

Graziana Filomeno e Rocco Dabellonio presentano questa emisione, due laureati della università di Bari con un grande senso dell‘ umorismo. Tutti i episodi sono divertenti. Le video-lezioni su Youtube sono particolarmente ben prodotti. Il piacere di imparare … Episodi preferiti: Le regioni e i capoluoghi italiani e Le 27 parole italiane più usate.

LEARN ITALIAN WITH LUCREZIA

Lucrezia Oddone, di Roma, è una donna inteligente e carismatica, insegnante buonissima. Dedica alcuni degli episodi alla grammatica basica del italiano. La sua dizione è insuperabile. Vi da consigli pratichi per la vostra visita a Roma, ad esempio come evitare i ristoranti turistici. I miei episodi prediletti: Scrivere a mano per memorizzare e L’Epifania tutte le feste (si) porta via.

PENSIERI & PAROLE

Linda Riolo ha vissuto molti ani lontano dall’Italia, nella piovosa Irlanda, a Dublino, dove ha insegnato l’italiano. Oggi vive in Piemonte, ove e nata. È laureata in letteratura italiana contemporanea. I episodi del suo podcast sono miniature informative, originali e bene formulati, trattando i più diversi aspetti della vita culturale italiana: la historia, la letteratura, il cinema. La dizione e melodia di voce di Linda sono insuperabili. Il mio episodio prediletto: L‘ Unicornio.

VOU ARENDER ITALIANO

Il titolo di questo podcast è in portoghese, perché Pierlugi Rizzo vive e insegna l’italiano in Sao Paulo, e alcune spiegazioni sono in questa lingua. Spesso confronta espressioni e regole italiane con gli equivalenti portoghesi. È proprio questo che mi aiuta molto, perché parlo lo spagnolo e comprendo il portoghese. Episodio preferito: 5 curiosidades sobre as cidades italianas.

PODCAST ITALIANO

Questo Pantheon saria assurdamente incompleto senza Davide e Erica. Davide Gemelli, di Torino, produce episodi sempre informativi, con aiuta di Erica. Riflessioni critiche e informazioni MASSIVE a soggetti diversi della vita italiana. I miei episodi prediletti: la trilogia dedicata all‘ emigrazione italiana a America.

È facile trovare le trascrizioni degli episodi nelle pagine web corrispondenti. Finora mi sono limitato ad ascoltare, no ho utilizzato il mio italiano di maniera attiva, però questi autori dei podcast offrono nelle loro pagine un‘ ampissima gamma di risorse per migliorare e ATTIVARE il tuo italiano (Skype, italki etc etc), un vero paese della cuccagna per gli amanti del italiano. In bocca al lupo!