Einträge von Christoph Wurm

Geist und Schrei

Im achten Jahrhundert vor Christus übernehmen die Griechen die Schrift von den Phöniziern – aber sie ergänzen die Konsonantenschrift durch die Vokale und formen so das griechischen Alphabet. Eine kühne Veränderung, das ist jedoch nicht alles; Joachim Latacz schreibt in seinem großen Homer-Buch*: „Die Literalität des Abendlandes hätte einen anderen Verlauf genommen, hätten die Griechen […]

Vom Glanz zum Knast

  Georg Philipp Harsdörffer (1607 – 1658):   Sprachen.   Die Ebreische Sprache.          Jch bin deß Höchsten Sprach / mein dunkle Wunderart / Hat die Geheimnissen seins Willens offenbart.   Die Teutsche Sprache Mein rein und reiches Wort / mein schikliches Vermögen / Kan andrer Zungen Zier mit Ehre niderlegen.   Die Niederländische Sprache. Mich […]

True friends, false friends

A visitor to my blog has suggested the topic of ‘false friends’ to me, adding that she would like me to present it unterhaltsam (in an entertaining way). OK, so here goes. Every foreign language student is familiar with the term ‘false friend’, which is used to refer to any word in a given language which […]

Leserzuschrift – Nachtrag zu meinem Eintrag vom 3. 5. 2018 (,Von Göttern und anderen Spitzbuben‘)

Ein freundlicher Leser meines Blogs hat mich auf folgendes Zitat von Spinoza aufmerksam gemacht, das das Fortwirken des Xenophanes illustriert: „(…), denn ich glaube, wenn ein Dreieck nur reden könnte, würde es geradso sprechen, Gott sei eminent dreieckig, und ein Kreis, die göttliche Natur sei im eminenten Sinne kreisförmig (…)“ (Spinoza in einem Brief an […]

Im Pantheon mit Don Quijote oder: Bekanntsein um jeden Preis

Unter den unzähligen merkwürdigen Geschichten, die das Meisterwerk des Cervantes so lesenswert machen, ist auch die folgende, die der hochedle Ritter seinem Knappen erzählt: „Der Kaiser Karl V. wollte [in Rom] jenen berühmten Rundtempel besichtigen, der in der Antike Pantheon, Tempel Aller Götter, hieß und jetzt, mit besserem Namen, die Kirche Aller Heiligen. Es handelt […]

Von Göttern und anderen Spitzbuben

πάντα θεοῖσ‘ ἀνέθηκαν Ὅμηρός θ‘ Ἡσίοδός τε, Alles haben Homer und Hesiod den Göttern angehängt, ὅσσα παρ‘ ἀνθρώποισιν ὀνείδεα καὶ ψόγος ἐστίν, was bei den Menschen Schimpf und Schande bringt: κλέπτειν μοιχεύειν τε καὶ ἀλλήλους ἀπατεύειν. Stehlen, Ehebrechen und einander Hereinlegen.  Diese griechischen Verse sind mir schon lange geläufig, erst neulich aber habe ich mir […]

Logica verbale

An einem regnerischen Herbsttag 2016 kaufte ich in Mailand, der Stadt der Buchhandlungen, bei Feltrinelli ein Buch mit dem Titel Logica (Hoepli, Mailand 2016, ohne Verfasserangabe). Es handelt sich nicht etwa um eines jener Werke, die kein Mensch freiwillig liest, weil ihre Seiten vom Spinnengewebe dürrer Tabellen und Wahrheitstafeln bedeckt sind, sondern um ein abwechslungsreiches […]

Neuer Aufsatz erschienen!

FORVM CLASSICVM, die Zeitschrift für die Fächer Latein und Griechisch an Schulen und Universitäten, hat einen neuen Aufsatz von mir publiziert, der hier von meiner Homepage gratis als PDF downloadbar ist: De principatibus – der Principe Machiavellis und Ciceros De Officiis. Mit den Worten des Herausgebers Markus Schauer: „Christoph Wurm entführt uns in die Zeit der Renaissance-Humanismus […]

Kirche im Dorf, Spatz in der Hand

„Der Sperling in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“ – darauf stieß ich jüngst im Internet, was mich verwunderte, denn ich kannte nur den Spatzen in der Hand. Diese Version mit dem Sperling, gefunden im Internetwörterbuch Bab.la, kam mir nicht nur fremd, sondern auch schlechter vor: Sie klang überhaupt nicht wie eine […]

Watermelon Man

On a visit to New York a few years ago I bought a second-hand record, the single Watermelon Man by Gloria Lynne, the original 45 from 1965. At that time I didn’t know anything about her, but I did know the tune. It was Herbie Hancock’s famous jazz instrumental; Gloria Lynne had written lyrics for […]